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Opre Roma! Protestkundgebungen zum Internationalen Tag der Roma (8. April)

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Rassismus hat in den vergangenen 20 Jahren viele neue Formen angenommen. Die rassistische Parole „Überfremdung“ war in der Bundespolitik eine Zeit lang tabu, dafür wurde ein Integrations-Bambi eingeführt. Doch die aktuelle Hetze gegen Roma funktioniert wie 1992/93, als Roma von ganz normalen Bürger_innen mit Brandsätzen angegriffen und in Schnellverfahren abgeschoben wurden. In Medien und Öffentlichkeit werden grundsätzlich Roma als Problem behandelt, nicht die Gesellschaft, die sie seit Jahrhunderten ausschließt. Und das in einem Land, das einen europaweiten Genozid an den Roma organisiert hat. Die Berliner Republik schmückt sich mit einem „Winterabschiebestopp” und einem Mahnmal für die im NS-Regime ermordeten Sinti und Roma, und liefert sie doch weiter systematischer Diskrimi­nierung und Verfolgung aus. Unmittelbar nach dem Internationalen Tag der Roma am 8. April sind die ersten Sammelabschiebungen angesetzt. Auch dagegen richten sich die geplanten Kundgebungen in mehr als 30 Städten. Aus dem Aufruf:

Immer noch grassieren rassistische Vorurteile gegen Roma in allen Ländern Europas. Besonders kann man dies in Frankreich, Italien und Ungarn beobachten, wo Roma systematisch vertrieben werden und mit einer breiten öffentlichen Zustimmung Hetze gegen sie betrieben wird. Aber auch Deutschland behandelt hier lebende Roma oft wie Rechtlose. Besonders getroffen werden hiervon Roma, die nach der Bombardierung Ex-Jugoslawiens durch die NATO 1999 nach Deutschland flüchteten. Jahrelang wurden sie nur geduldet, unterlagen der Residenzpflicht und durften nicht arbeiten. Ihnen und ihren hier aufgewachsenen Kindern droht nach dem Rücknahmeabkommen zwischen Deutschland und Kosovo die Abschiebung in ein Land, in dem sie massiv diskriminiert werden und in dem ihre grundlegendsten Menschenrechte gefährdet sind.

In ihren Forderungen solidarisieren sich die Organisator_innen auch mit den laufenden Flüchtlingsprotesten:

Wir fordern, dass sich Öffentlichkeit und Politik gegen die Ausgrenzung von Roma einsetzen und ihre Verantwortung für die jahrelange Isolation und Marginalisierung geduldeter Flüchtlinge übernehmen. Wir fordern ein bedingungsloses Bleiberecht sowie Bewegungsfreiheit für alle Menschen, die über Jahre hinweg unter den unmenschlichen Bedingungen der Duldung leben mussten! Wir fordern ein Ende der Ausgrenzung und Isolation von Flüchtlingen in Lagern – Solidarität mit der Break Isolation Bewegung!

Als Zeichen der Einheit sollen weltweit Ballons aufsteigen. In einigen Städten haben Roma-Gruppen Kundgebungen zusammen mit selbstorganisierten Flüchtlingsgruppen und antirassistischen Initiativen angekündigt. In Jena ist ein gemeinsamer Aktionstag geplant. Hier wie auf den anderen Kundgebungen geht es nicht darum, die Mehrheitsgesellschaft höflich um Toleranz zu bitten. Es geht um eine Kritik ihrer nationalen und globalen Ordnung, die auf Ausschluss und Ausbeutung beruht. Aus dem Jenaer Aufruf:

Vielleicht wird der Luftballon nicht dem Glücksversprechen gerecht, das wir für alle Menschen einfordern, und kann auch sonst nicht mithalten in unserem Menschenbild oder der Haltung in uns, weil er gar nicht erst diese andere Sphäre erreichen kann. Dennoch schicken wir diese Hoffnungen los in die Lüfte. Für eine bessere Welt, für ein Bleiberecht aller und zwar überall und für ein selbstbestimmtes Leben in Frieden und Sicherheit entsenden wir gemeinsam am 08. April 2013 weltweit tausende Ballons. Gegen diese verfickten Mauern an den europäischen Grenzen. Gegen diese abscheuliche Asylpolitik Europas.

Dem schließen wir uns an und verweisen auf die gemeinsame Pressemitteilung von alle bleiben!, dem Berliner Refugee Protest Camp, dem Berliner VVN/BdA und Fight Racism Now!

In Berlin ist am 8. April für 12 Uhr eine gemeinsame Kundgebung am Refugee Protest Camp geplant. Um 15 Uhr startet eine Demonstration von der Ungarischen Botschaft zum Bundestag.

Infos zu den Kundgebungsorten in Deutschland bei alle bleiben! – sobald der Server wieder läuft…

International Protest Meetings in Tirana (Albania) * Buenos Aires (Argentina) * Perth (Australia) * Vienna (Austria) * Belarus * Saint Niklas, Brussels (Belgium) * Sarajevo (Bosnia) * Rio de Janeiro (Brazil) * Sofia (Bulgaria) * Toronto (Canada) * Chile * Bogota (Colombia) * Zagreb (Croatia) * Cyprus * Prague (Czech Republic) * Denmark * Ecuador * London (England) * Estonia * Helsinki (Finland) * Paris (France) * Georgia * Greece * Budapest (Hungary) * Chandigarh (India) * Iran * Dublin (Ireland) * Genoa, Cagliari; Lombardy, Marche, Campania (Italy) * Jerusalem (Israel) * Jordan * Gnjilane, Haxi, Prizren, Pristina, Mitrovica (Kosovo) * Latvia * Luxembourg * Skopje, Kumanovo (Macedonia) * Mexico * Moldova * Podgorica (Montenegro) * Netherlands * New Zealand * Norway * Bialystock (Poland) * Portugal * Sibiu, Cluj/Rata Pata, Bucarest (Romania) * Ekaterinberg (Russia) * Glasgow (Scotland) * Belgrade, Beocin (Serbia) * Bratislava (Slovakia) * Ljubljana (Slovenia) * South Africa * Barcelona, Valencia (Spain) * Sweden * Bern (Switzerland) * Istanbul, Edirne (Turkey) * Odessa (Ukraine) * New York, Houston, San Francisco (USA).