«

»

Für Djamaa Isu, gegen das Abschiebesystem

In Eisenhüttenstadt gedachten gestern etwa 250 Menschen Djamaa Isu. Djamaa war aus dem Tschad geflohen und hatte noch am 25. Mai zusammen mit uns in Berlin demonstriert. Drei Tage später hat er sich in seinem Zimmer erhängt, nachdem er seinen Abschiebebescheid erhalten hatte. Auf der Kundgebung im Hof des Lagers sprachen Vertreter_innen vom Bündnis gegen Lager Berlin Brandenburg, von Women in Exile und dem Berliner Refugee Protest Camp. Im Anschluss zogen die Teilnehmer_innen vor das mit hohem Stacheldraht eingezäunte Abschiebegefängnis, das sich direkt auf dem Lagerkomplex befindet. In doppelstöckigen Kontainerbauten mit vergitterten Fenstern werden Geflüchtete hier teils monatelang isoliert. Slogans gegen das Grenz- und Lager-Regime wurden von den Insassen mit Jubel und Applaus beantwortet. Abseits der kleinen Kundgebung wurde ein Loch in die vergitterte Zugangsschleuse zum Abschiebegefängnis gebrochen.

eisen7eisen0

Behelmte Polizeieinheiten bedrängten daraufhin Umstehende und verletzten sie mit Faustschlägen und Pfefferspray. Die Teilnehmer_innen der Kundgebung ließen sich aber nicht einschüchtern und zogen in einem lauten Demonstrationszug etwa eineinhalb Stunden lang durch die Stadt und an die Ausländerbehörde. Der gesamte Demonstrationszug brachte die Eisenhüttenstadter Demonstrant_innen wieder sicher in ihre Unterkünfte zurück, vorbei an bereitstehenden Polizeieinheiten. Die Teilnehmer_innen aus Berlin wurden während der gesamten Rückreise von Einheiten der Bundespolizei durch enges Spalier bedrängt, ohne dass dafür ein Grund genannt worden wäre. Untergehakt und vollzählig erreichten die Angereisten wieder Kreuzberg.

Weitere Bilder: 1, 2, 3

Ausführlicher Bericht bei Inforiot, Hintergründe beim Flüchtlingsrat Brandenburg.