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“Bundesdeutsche Flüchtlingspolitik und ihre tödlichen Folgen” – ARI veröffentlicht 20. Auflage der Dokumentation

Die Antirassistische Initiative e.V. hat die 20. Auflage ihrer Dokumentation veröffentlicht, in der die katastrophalen Folgen von 20 Jahren “Füchtlingsabwehr” in Deutschland dargestellt werden, beginnend im Jahr 1993, als das Grundrecht auf Asyl abgeschaftt und das Asylverfahrens­gesetz, sowie das Asylbewerberleistungsgesetz eingeführt worden sind. Ein gesetzliches, behördliches und gesellschaft­liches System, das unablässig menschenunwürdige Bedingungen für Schutzsuchende erzeugt, wodurch viele zugrunde gehen, traumatisiert werden oder körperlich zu Schaden kommen.

Dokumentiert sind insgesmat über 6500 Vorfälle, unter anderem Todesfälle und Verletzungen von Flüchtlingen vor, während und nach Abschiebungen sowie an den deut­schen Grenzen, aber auch infolge rassistischer Angriffe aus der Bevölkerung. Die größte Zahl stellen Fälle von Suizid und Selbstverletzung, sei es aus Angst, aufgrund von Traumatisierung oder als Mittel des Protests – eine Weg, den viele wählen, wenn keine andere Möglichkeit besteht sich zu wehren. Die Dunkelziffer wird dabei erheblich höher sein, zumal es offizielle Statistiken zu Selbstverletzungen nicht gibt, oft nicht einmal in staatlichen Einrichtungen wie den Abschiebegefängnissen.

Die Dokumentation umfaßt zwei Hefte im DIN A4 Format mit insgesamt ca. 570 Seiten. Beide Hefte zusammen kosten 21 €, zuzüglich 3,60 € für Porto & Verpackung. Die Bestellung ist hier möglich. Im Netz ist zur Zeit noch die 19. Auflage einsehbar.

Die nackten Zahlen, wie im Zeitraum vom 1.1.1993 bis 31.12.2012. von der Dokumentation festgehalten:

170 Flüchtlinge töteten sich angesichts ihrer drohenden Abschiebung oder starben bei dem Versuch,
vor der Abschiebung zu fliehen, davon 64 Menschen in Abschiebehaft,
1071 Flüchtlinge verletzten sich aus Angst vor der Abschiebung oder aus Protest gegen die drohende
Abschiebung (Risiko-Hungerstreiks) oder versuchten, sich umzubringen,
davon befanden sich 610 Menschen in Abschiebehaft,
5 Flüchtlinge starben während der Abschiebung und
417 Flüchtlinge wurden durch Zwangsmaßnahmen oder Mißhandlungen während der Abschiebung verletzt,
32 Flüchtlinge kamen nach der Abschiebung in ihrem Herkunftsland zu Tode, und
562 Flüchtlinge wurden im Herkunftsland von Polizei oder Militär mißhandelt und gefoltert
oder kamen aufgrund ihrer schweren Erkrankungen in Lebensgefahr,
71 Flüchtlinge verschwanden nach der Abschiebung spurlos,
182 Flüchtlinge starben auf dem Wege in die Bundesrepublik Deutschland oder an den Grenzen,
davon allein 131 an den deutschen Ost-Grenzen, 2 Personen trieben in der Neiße ab und sind seither vermißt,
533 Flüchtlinge erlitten beim Grenzübertritt Verletzungen, davon 303 an den deutschen Ost-Grenzen,
12 Flüchtlinge starben bei abschiebe-unabhängigen Polizeimaßnahmen,
15 Flüchtlinge starben durch unterlassene Hilfeleistung,
455 wurden durch Polizei oder Bewachungspersonal verletzt, davon 138 Flüchtlinge in Haft.
70 Flüchtlinge starben bei Bränden, Anschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte oder durch Gefahren in den Lagern,
873 Flüchtlinge wurden z.T. erheblich verletzt,
18 Flüchtlinge starben durch rassistische Angriffe auf der Straße und
825 Flüchtlinge wurden durch Überfälle auf der Straße verletzt.

Durch staatliche Maßnahmen der BRD kamen seit 1993 mindestens 414 Flüchtlinge ums Leben –
durch rassistische Übergriffe und die Unterbringung in Lagern (u.a. Anschläge, Brände) starben 88 Menschen.