5. April 2013 – Pressemitteilung: Internationaler Tag der Roma (8. April), Kundgebungen

05. April 2013

Pressemitteilung

Internationaler Tag der Roma (8. April)

Kundgebung im Refugee Protest Camp am Oranienplatz in Berlin

Zum Internationalen Tag der Roma am 8. April 2013 ruft die Kampagne alle bleiben zusammen mit dem Ber­liner Refugee Protest Camp, der Kampagne Fight Racism Now!, der Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/ BdA und weiteren Initiativen zur Beteiligung an Kundgebungen und Demonstrationen auf. Un­ter dem Motto “Thousands of balloons will fly” (“Tausende Ballons werden fliegen”) finden am 8. April welt­weit Kundgebungen gegen die fortgesetzte Diskriminierung, Verfolgung und Abschiebung von Roma statt. In Deutschland sind Aktionen in mehr als 30 Städten geplant. (Übersicht: http://www.alle-bleiben.info/termine/termine67.htm).

Die Berliner Veranstaltung beginnt um 12 Uhr im Refugee Protest Camp auf dem Oranienplatz.

Angesichts der aktuellen Stigmatisierung von Roma in Politik, Medien und Öffentlichkeit erklären die aufru­fenden Gruppen:

“Roma werden in Europa seit Jahrhunderten ausgegrenzt, verfolgt und zu einem Leben in Isolation und Armut gezwungen. Durch das NS-Regime wurden sie systematisch ermordet. Heute sind Roma in vielen Ländern akut bedroht – durch bewaffnete Bürgermilizen, faschistische Organisationen, Poli­zeigewalt und Behördenwillkür. Angesichts dessen ist es zynisch, geflüchtete Roma zu stigmatisie­ren, abzuschieben und so der Verfolgung auszuliefern.

Die aktuelle Hetze gegen Roma funktioniert noch wie vor 20 Jahren, als geflüchtete Roma von ganz normalen Deutschen in ihren Unterkünften angegriffen wurden. Politik und Medien stigmatisieren Roma als unfähig und unwillig zur “Integration”, als Bedrohung deutscher Privilegien – und opfern sie so dem Ressentiment der Mehrheitsgesellschaft.”

Zur Doppelmoral des deutschen Menschenrechts-Diskurses:

“Unmittelbar nach dem Internationalen Tag der Roma finden die ersten Massenabschiebungen des Jahres statt. Deutschland schmückt sich mit einem Winterabschiebestopp und einem Mahnmal für die im NS-Regime ermordeten Sinti und Roma – und liefert sie doch weiter systematischer Diskrimi­nierung und Verfolgung aus.”

Zum gemeinsamen Aufruf mit dem Refugee Protest Camp und der Kampagne Fight Racism Now!:

“Die Beschränkung des Asylrechts auf das Konstrukt “politisch Verfolgte” lenkt vom eigentlichen Pro­blem ab. Die meisten Menschen flüchten und migrieren, weil globale Hierarchien und Kriege, Kon­kurrenz und Ausbeutung ihre Lebensgrundlage zerstören, weil sie durch Ideologien der Ungleich­wertigkeit bedroht und ausgegrenzt werden. Dafür steht ein zentraler Slogan der Flüchtlingsproteste: “We are here because you destroy our countries!” – “Wir sind hier, weil ihr unsere Länder zerstört!“”

Hinweis: Zu 15:00 Uhr ruft das Rromano Bündnis (IniRromnja, Rroma Informations Centrum, Rroma Aether Club Theater) zu einer Demonstration und Gedenkkundgebung in Berlin-Mitte auf. Start ist vor der Ungari­schen Botschaft. Mehr Informationen: http://inirromnja.wordpress.com/

Mit freundlichen Grüßen

Fight Racism Now! 

info@fightracismnow.net / www. fightracismnow.net